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Kriminalstatistik Saalekreis 2025

Polizeiliche Bilanz für das Jahr 2025 · Veröffentlicht am 30. März 2026

Weniger Straftaten, höhere Aufklärungsquote

Gute Nachrichten für die Sicherheit im Saalekreis: Die Zahl der Straftaten ist im vergangenen Jahr spürbar gesunken, während die Polizei gleichzeitig mehr Fälle aufklären konnte. Das geht aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2025 hervor, die das Polizeirevier Saalekreis nun vorgestellt hat. Besonders erfreulich: Messerangriffe und Betrugsmaschen wie der Enkeltrick sind stark rückläufig. Sorge bereitet den Beamten jedoch die Zunahme von häuslicher Gewalt.

Insgesamt registrierte die Polizei im Jahr 2025 im Saalekreis 11.278 Straftaten. Das sind 1.021 Fälle weniger als noch im Vorjahr (2024: 12.299 Fälle) – ein deutlicher Rückgang von 8,3 Prozent. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 55,7 Prozent (2024: 51,4 Prozent). Insgesamt wurden 6.278 Fälle aufgeklärt.

Insgesamt ermittelte die Polizei 4.404 Tatverdächtige, davon waren knapp drei Viertel männlich (3.241). Im Vergleich zum Vorjahr sind das 107 Tatverdächtige mehr (2024: 4.297). Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger blieb mit 19,1 Prozent (839 Personen) im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant (2024: 836 Personen).

Weniger Messerangriffe, deutlich bessere Aufklärung bei Raub

Ein besonderes Augenmerk lag in der jüngsten Vergangenheit auf Gewalttaten im öffentlichen Raum. Hier zeigt die Statistik für den Saalekreis eine positive Entwicklung: Die Zahl der Messerangriffe sank deutlich von 64 Fällen im Jahr 2024 auf 43 Fälle im vergangenen Jahr – ein Rückgang von etwa 33 Prozent. Die Aufklärungsquote bei diesen Delikten ist mit 93 Prozent sehr hoch. Bei 41,9 Prozent der Tatverdächtigen handelt es sich um Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft.

Auch bei Raub- und Erpressungsstraftaten, die zu den besonders schweren Delikten zählen, verzeichnet die Polizei Erfolge. Die Zahl der Fälle sank von 67 auf 50 Fälle. Bemerkenswert ist hier der enorme Sprung bei der Aufklärung: 90 Prozent dieser Taten wurden gelöst (45 von 50 Fällen) – ein Plus von über 18,4 Prozentpunkten gegenüber 2024, als die Aufklärungsquote noch bei 71,6 Prozent lag.

Insgesamt machten Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit mit 2.396 Fällen rund 21,2 Prozent der Gesamtkriminalität aus. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich ist auf 91 Prozent gestiegen (2024: 89,7 Prozent). Körperverletzungen stiegen dabei leicht von 1.401 auf 1.486 Fälle an, mit einer Aufklärungsquote von 90,6 Prozent.

Häusliche Gewalt und Sexualdelikte nehmen zu

Einen Schatten auf die ansonsten positive Bilanz wirft die Entwicklung im Bereich der häuslichen Gewalt. Hier stiegen die registrierten Fälle von 655 auf 744 Fälle an – ein Anstieg um 89 Fälle. Die Polizei vermutet, dass eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit dazu geführt hat, dass sich mehr Opfer trauen, Anzeige zu erstatten – das sogenannte Dunkelfeld wird erhellt.

Auch im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gab es einen Anstieg: von 166 Fällen im Jahr 2024 auf 259 Fälle im Jahr 2025 – ein Plus von 93 Fällen. Diese Straftaten machen 2,3 Prozent der Gesamtkriminalität aus. Von diesen 259 Fällen konnten 236 aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 91,1 Prozent entspricht. Positiv ist jedoch, dass schwere Delikte wie Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen von 17 auf 13 Fälle zurückgingen – und ausnahmslos alle dieser schweren Taten (100 Prozent) aufgeklärt werden konnten. Straftaten gegen das Leben (wie Mord oder Totschlag) gab es im Saalekreis 2025 glücklicherweise gar nicht.

Hilfe bei häuslicher Gewalt

Betroffene sind aufgefordert, Vorfälle zur Anzeige zu bringen. Die Polizei weist darauf hin, dass solche Taten keinesfalls als private Angelegenheit zu betrachten sind. Ein nachhaltiger Schutz kann nur erreicht werden, wenn bestehende Gewaltstrukturen konsequent durchbrochen werden.

Notruf: 110

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen": 08000 116016 (kostenlos, rund um die Uhr, anonym und mehrsprachig)

Diebstahl bleibt häufigstes Delikt

Trotz eines leichten Rückgangs bleibt Diebstahl das dominierende Delikt im Saalekreis. Mit 3.972 Fällen macht er 35,2 Prozent aller Straftaten aus – fast jede dritte Anzeige dreht sich also um geklautes Eigentum. Die Fallzahl sank von 4.118 im Jahr 2024 um 146 Fälle. Die Aufklärungsquote bei Diebstählen liegt bei 22,1 Prozent (2024: 21,4 Prozent).

Während Fahrraddiebstähle erfreulicherweise deutlich zurückgingen – von 486 auf 351 Fälle (Rückgang um 135 Fälle) – und Diebstähle an oder aus Autos von 732 auf 599 Fälle sanken (Rückgang um 133 Fälle), bleibt der Wohnungseinbruch ein sensibles Thema. Hier gab es einen Anstieg: 103 Wohnungseinbruchdiebstähle im Jahr 2025 (2024: 73 Fälle) und 91 Tageswohnungseinbrüche (2024: 17 Fälle). Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen liegt bei 22,3 Prozent, bei Tageswohnungseinbrüchen bei 20,9 Prozent.

Enkeltrick verliert an Schrecken

Ein großer Erfolg zeigt sich bei der Bekämpfung von Telefonbetrügern. Die Zahl der sogenannten Enkeltricks und Schockanrufe hat sich im Saalekreis von 32 Fällen auf 16 Fälle halbiert – ein Rückgang um 50 Prozent. In zehn dieser 16 Fälle blieb es glücklicherweise nur bei einem Versuch. Die Polizei führt diesen Rückgang auch auf ihre intensive Präventionsarbeit und die Sensibilisierung gerade älterer Mitbürger zurück. Insgesamt sanken die Vermögens- und Fälschungsdelikte von 1.964 Fällen im Jahr 2024 auf 1.385 Fälle im Jahr 2025 – ein Rückgang um 579 Fälle mit einer Aufklärungsquote von 62,2 Prozent.

Junge Tatverdächtige und Intensivtäter

Von allen Tatverdächtigen bilden die Jungtatverdächtigen im Jahr 2025 einen Anteil von 23,2 Prozent (1.022 Tatverdächtige). Diese Zahl umfasst alle ermittelten Tatverdächtigen unter 21 Jahren. Der Anteil ist gegenüber 2024 um 41 Tatverdächtige gestiegen (2024: 981 Tatverdächtige; 22,8 Prozent).

Von den Jungtatverdächtigen wurden 6 zu den Intensivtätern gezählt – Tatverdächtigen, denen 118 Straftaten zugeordnet werden konnten. Sie haben einen Anteil von 9,3 Prozent aller erfassten Straftaten von Tatverdächtigen, welche unter 21 Jahre alt sind. Bei den Erwachsenen galten 39 Personen als Intensivtäter, deren Anteil an allen durch Erwachsene begangenen Straftaten knapp 12,7 Prozent betrug. Im Vergleich zum Jahr 2024 (15 Intensivtäter unter 21 Jahren sowie 38 Intensivtäter ab 21 Jahren) ist in diesem Bereich ein Rückgang festzustellen.

Weitere Kategorien

In der Kategorie Rauschgiftkriminalität wurden 295 Fälle erfasst, von denen 266 aufgeklärt wurden (Aufklärungsquote: 90,2 Prozent). Bei der Gewaltkriminalität insgesamt wurden 351 Fälle registriert mit 304 aufgeklärten Fällen (Aufklärungsquote: 86,6 Prozent) und 368 Tatverdächtigen. Die Computerkriminalität umfasste 160 Fälle mit 71 aufgeklärten Fällen (Aufklärungsquote: 44,4 Prozent) und 54 Tatverdächtigen. Bei der Wirtschaftskriminalität wurden 47 Fälle erfasst, 35 davon aufgeklärt (Aufklärungsquote: 74,5 Prozent).

Die Straßenkriminalität sank von 2.188 Fällen im Jahr 2024 auf 1.749 Fälle im Jahr 2025 – ein Rückgang um 439 Fälle. Die Aufklärungsquote ist dabei von 18,6 Prozent auf 22,8 Prozent gestiegen.

-8,3%
Rückgang Straftaten
11.278 vs. 12.299
55,7%
Aufklärungsquote
6.278 Fälle gelöst
-32,8%
Messerangriffe
43 vs. 64 Fälle
4.404
Tatverdächtige
+107 vs. 2024
11.278
Straftaten
-1.021 Fälle
+89
Häusliche Gewalt
744 vs. 655 Fälle

Datenvisualisierungen

Straftaten 2024 vs 2025

202420250350070001050014000
  • Alle Fälle
  • Aufgeklärt

Aufklärungsquoten nach Delikt

0255075100GesamtKörperverletzungRaub/ErpressungSexualdelikteMesserangriffeRauschgiftkriminalitätDiebstahl

Verteilung nach Deliktart

Tatverdächtige nach Altersgruppe

Unter 21 Jahren21 Jahre und älter0850170025503400

Ausgewählte Delikte im Jahresvergleich

MesserangriffeKörperverletzungFahrraddiebstahlWohnungseinbruchEnkeltrick040080012001600
  • 2024
  • 2025

Übersichtstabelle

StraftatErfasste FälleAufgeklärtAQ %Tatverdächtige
Gesamt11.2786.27855,74.404
Rauschgiftkriminalität29526690,2237
Gewaltkriminalität35130486,6368
Wirtschaftskriminalität473574,531
Computerkriminalität1607144,454
Straßenkriminalität1.74939822,8399